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Max Niemann, der seit 2012 als Fotograf in Leipzig mit dem Schwerpunkt Portraitfotografie arbeitet, bringt Ihnen in unseren Expertentipps regelmäßig die technischen Aspekte der Fotografie näher.

Neu oder gebraucht - Profitipps für die Fotoausrüstung

Foto-Equipment: neu oder gebraucht kaufen?

Meist beginnt das hobbymäßige Fotografieren mit einer Einsteiger-DSLR, also einer Digitalen Spiegelreflexkamera für Einsteiger, und dem zugehörigen Kit-Objektiv: häufig ein 18-55mm oder 18-200mm. Damit kommt man in den meisten Fällen einige Monate oder vielleicht sogar Jahre gut aus, schließlich bieten heutzutage auch die "kleinen" Kameras schon zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten und Kameramodi, die es zu erkunden und zu erlernen gilt.

Früher oder später kommt dann doch der Punkt, an dem etwas Neues her muss: Sei es ein besseres Normalzoom-Objektiv, eine zusätzliche Makro-Linse, ein Aufsteckblitz oder ein neuer Kamera-Body.

Schnell steht man dann vor der Frage, an welcher Stelle man den Kompromiss eingeht, denn Kompromisse muss man eigentlich immer machen: Sollte ich ein neues Produkt kaufen und dafür einen deutlich höheren Preis zahlen - oder ein gebrauchtes, günstigeres?

Fotoausrüstung neu kaufen: Pro & Contra

Neue Fotoausrüstung: Pro

Die Vorteile eines Neukaufs liegen auf der Hand:

  • Sie erhalten zunächst einmal die volle zweijährige Gewährleistung.
  • Außerdem haben Sie den Vorteil, das Gerät direkt im Laden ausprobieren zu können und sich so zu vergewissern, dass es auch wirklich zu Ihnen passt: Auch wenn z.B. ein neuer Kamera-Body auf dem Papier eine enorme Verbesserung darstellt, muss das nicht immer heißen, dass er Ihnen auch tatsächlich gefällt.
  • Ich habe beispielsweise einige Jahre lang mit einer Canon 50D fotografiert und irgendwann überlegt, aufgrund der vielen Updates und Nachbesserungen eine 60D anzuschaffen - ein Freund von mir besaß diese Kamera, und als ich sie mal für einige Minuten in der Hand hielt, bekam ich sofort einen (höchst subjektiven!) negativen Eindruck über die Haptik und Verarbeitung. Ich blieb daher noch für einige Monate bei meiner 50D, bis ich mir eine 5D Mark II mit Vollformatsensor kaufte.
  • Gerade für selbstständige Fotografen ist ein Neukauf mit geringerem Stress verbunden: Da bei Händlerkäufen automatisch eine Rechnung beiliegt, ist es ein Leichtes, den Kauf steuerlich abzusetzen.
  • Aber auch für Privatpersonen hat der Neukauf Vorteile - schließlich kauft man meist von Händlern, über die man vorher Beurteilungen lesen kann, und der Versand der Ware erfolgt automatisiert und daher recht zügig.

Fotoausrüstung neu erwerben: Contra

Der große Nachteil des Neukaufs liegt schlicht und ergreifend im Preis:

  • Neue Produkte kosten meist 30 bis 70 Prozent mehr als ihre gebrauchten Äquivalente. Und gerade wenn ein bestimmtes Budget, z. B. von 700 ¤, für einen neuen Kamera-Body zur Verfügung steht, kann das ein nicht zu unterschätzender Faktor sein. Schließlich können Sie für 700¤ zwar eine neue Mittelklassekamera kaufen - aber bereits eine gebrauchte DSLR im Oberklassesegment, die deutlich solider verarbeitet ist und vielleicht nur mit einem kleinen Kratzer auf dem Gehäuse daherkommt.

Auch wenn es also für den Neukauf nur einen einzigen Nachteil gibt - den Preis -, kaufe ich fast alle meine Foto-Artikel gebraucht. Aus dem genannten Grund: Ich bekomme mehr für weniger Geld. Am Ende dieses Beitrags werde ich jedoch noch darauf eingehen, für welche Equipment-Teile ich zu einem Neukauf rate.

Fotoausrüstung gebraucht kaufen: Pro & Contra

Gebraucht und gut: die Nachteile

Auf den ersten Blick bringt ein Gebrauchtkauf viele Nachteile mit sich:

  • Die Abwicklung findet meist über Privatleute statt, bei denen man nie sicher sein kann, ob sich nicht vielleicht doch ein Betrüger dahinter verbirgt (jeder kennt die Geschichten von "OVP"-Handys für mehrere Hundert Euro, bei denen der Paketbote am Ende nur mit der Verpackung vor der Tür steht).
  • Selbst wenn nicht, ist der Kontakt teilweise mühsam, man meldet sich bei Anbietern, die ihre Ware längst verkauft haben, und einen Kaufvertrag oder eine Privatrechnung zu bekommen, die steuerlich standhält, ist auch nicht immer so einfach.

Die Vorteile, gebraucht zu kaufen

Wenn man allerdings weiß, wie man mit diesen Nachteilen umgehen kann, bleibt ein ganz klarer Vorteil stehen:

  • In den meisten Fällen bekommt man für die Hälfte bis zwei Drittel des Neupreises ein voll funktionstüchtiges Gerät.
  • Besonders bei Objektiven kann man relativ bedenkenlos auch viel benutzte Linsen kaufen; die äußerlichen Gebrauchserscheinungen, die über die Jahre entstehen, haben fast nie Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit.
  • Bei Kamera-Bodys sollte man sicherheitshalber schauen, wie hoch die Anzahl der Auslösungen ist - hier verhält es sich aber ähnlich wie bei dem PKW-Gebrauchtkauf: Manches Auto fährt mit 200.000 Kilometern immer noch problemlos, manch eines gibt auch schon bei 100.000 Kilometern den Geist auf.

Wie gesagt: Ein gewisses Restrisiko ist also nicht auszuschließen. Ich persönlich habe allerdings meine letzten drei (durchaus hochpreisigen) Objektive und zuvor auch alle meine Kamera-Bodys gebraucht gekauft und bislang ausschließlich positive Erfahrungen gemacht.

Oft kommt man sogar durchaus in den sympathischen Austausch mit anderen Fotografen, der beim Online-Neukauf oder im Geschäft meist ausbleibt. Vielleicht entdecken Sie ja auch ein gutes Angebot in Ihrer Nähe und können direkt hinfahren. Auch mit Ausstellen einer Rechnung, sicher verpacktem und schnellem Versand hatte ich bisher Glück.

Es gilt nur, Vorsicht und ein gewisses Grundmisstrauen walten zu lassen, dann hat man eine gute Chance auf positive Erfahrungen - wie das konkret aussieht, lesen Sie im Fazit.

Fazit & Empfehlungen

Grundsätzlich bin ich erklärter Freund des Gebrauchtkaufs. So bleibt es aber am Ende immer eine Abwägung zwischen der Sicherheit und zum Teil Bequemlichkeit eines Neukaufs und dem immensen Preisvorteil eines gebrauchten Stücks.

  • Unbedenklich ist der Gebrauchtkauf meiner Meinung nach grundsätzlich bei Objektiven, Filtern, Fotorucksäcken, Stativen etc. - all die Dinge, die für die "Endlosnutzung" gebaut sind und nicht durch häufige Benutzung allzu stark verschleißen.
  • Mir persönlich ist es zum Beispiel egal, ob mein Kamerastativ ein paar Kratzer und Schrammen hat, wenn es dafür 100¤ weniger kostet. Bei Kamera-Bodys und anderen über die Jahre verschleißanfälligen Artikeln wie Batterien, Softboxen etc. ist die persönliche Gutachtung oder ein ausführlicherer Kontakt mit dem Verkäufer hilfreich, aber auch hier hatte ich bislang keine Probleme.

Neu oder gebraucht - das sollten Sie beachten

  1. Wenn Sie Neuware kaufen möchten, empfehle ich Ihnen unbedingt, mit einer Preissuchmaschine Vergleiche zwischen verschiedenen Portalen anzustellen.
    Neben anderen Gründen, Amazon kritisch zu beäugen, ist der Versandriese schlichtweg auch in den meisten Fällen teurer als die Konkurrenz: Beim Kauf einer Canon 5D Mark III spart man so zum Beispiel über 250¤, und auch bei anderen Modellen oder Objektiven, Rucksäcken, Filtern etc. sind die Unterschiede teilweise signifikant.
  2. Wenn Sie Gebrauchtware kaufen möchten, gibt es hier im Wesentlichen zwei Möglichkeiten:
    Entweder Sie kaufen über den Suche/Biete-Bereich eines Kameraforums (z. B. DFORUM, DSLR-Forum), oder Sie nutzen ein Portal wie eBay Kleinanzeigen oder Kalaydo.

    Der große Vorteil der Kameraforen liegt darin, dass man den Verkäufer vorher recherchieren kann:
    • Hat er bereits mit anderen Usern erfolgreich gehandelt? Schreibt er regelmäßig und im Zweifelsfall auch halbwegs anständige Beiträge?
    • Steht z.B. eine Homepage in der Signatur? So kann man gedanklich eine Art "Risikoprofil" erstellen, einschätzen, ob der Anbieter vertrauenswürdig ist, und erst dann Kontakt aufnehmen.
    Tipp: Mithilfe der Suchmaschine DSLR-Kleinanzeigen.de lassen sich die wichtigsten deutschen DSLR-Foren auf Gebrauchtobjekte scannen - inklusive Preisanzeige, die allerdings nicht immer zuverlässig ist.
  3. eBay Kleinanzeigen macht es einem etwas schwieriger, da es sich hier wirklich nur um ein "digitales Schwarzes Brett" handelt:

    • Man hat keine Möglichkeit, zusätzliche Informationen über den Anbieter zu recherchieren.
    • Daher betrachte ich die Angebote hier meist mit besonderer Vorsicht und lasse mir von den Verkäufern, bevor ich etwas bezahle, unbedingt eine Wohnadresse, ggf. Referenzen oder eine Personalausweiskopie zusenden - oder bezahle mit PayPal, damit ich das Geld im Zweifelsfall zurückbekomme.

Mit diesen zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen habe ich auch hier bislang gute Erfahrungen gemacht - mit einer Ausnahme: Einmal schickte mir jemand statt dem 35mm ƒ/1.4L-Objektiv, das ich laut Beschreibung eigentlich gekauft hatte, ein 16-35mm ƒ/4L. Nach ein paar Stunden initialer Verärgerung konnte ich das Objektiv dann sogar mit kleinem Gewinn weiterverkaufen.

Für Ihren allerersten Gebrauchtkauf, sofern Sie sich noch nicht sicher sind, ob Sie weiterhin so verfahren möchten, empfehle ich Ihnen dennoch den Weg über das DSLR-Forum. So können Sie sich einen Eindruck verschaffen, ob Gebrauchtkaufen für Sie eine Option ist - und gehen mit ein bisschen gesundem Menschenverstand auch in 99,9% der Fälle kein allzu großes Risiko ein. Egal, ob Sie sich nun für einen Neukauf oder gebrauchte Ware entscheiden - ich wünsche Ihnen bei der Auswahl viel Erfolg und hoffe, dass diese Tipps weiterhelfen!