Wie heißt es so schön? Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden.
Das möchte ich Ihnen besonders bei der Komposition abschließend ans Herz legen. Ja, es gibt Grundsätze, die ihren Sinn haben (nicht durchs Knie oder durch die Taille schneiden, und derlei ähnliche Dinge, die man als Anfänger manchmal einfach ?falsch macht?) ? lassen Sie sich von althergebrachten Lehrsätzen aber keine Scheuklappen aufsetzen.
Interessant ist es immer, von einem Motiv nicht nur ein Foto aufzunehmen und weiterzuziehen, sondern eine gewisse Variation mit einzubeziehen. Nehmen Sie sich doch mal die Zeit und fotografieren Sie das gleiche Objekt oder einen geduldigen Bekannten einmal von links, einmal von rechts, einmal im Hoch-, einmal im Querformat, positionieren Sie es [ihn] einmal oben links, einmal mittig, und einmal mittig rechts im Bild.
Und tun Sie das nicht nur mit diesem einen Motiv, sondern immer wieder. So entwickeln Sie mit der Zeit ein Gespür dafür, wie Ihnen persönlich Bilder, und das ist schließlich auch der springende Punkt, am besten gefallen. Denn der perfekte Goldene Schnitt und die aufwendigste Staffelung von Vorder-, Mittel- und Hintergrund macht noch kein gutes Bild - ein gutes Bild macht, so banal es auch klingen mag, was Sie als solches empfinden. Behalten Sie daher die verschiedenen Gestaltungs"regeln" gerne im Hinterkopf und probieren Sie sie immer mal wieder anzuwenden, wenn es gerade passt - aber lassen Sie sie nicht Ihren fotografischen Stil diktieren und richten Sie sich manchmal lieber nach Ihrer Intuition als nach der Drittelregel!