Haben Sie eine Frage?

Die Antworten auf die häufigsten Kundenanfragen finden Sie in unserem Service-Bereich.

Kontaktiere uns persönlich:

Unser freundlicher und kompetenter Kundenservice steht dir gerne zur Seite.

Mo - Fr 08:00 - 22:00 Uhr
Sa - So 12:00 - 20:00 Uhr
mit Ausnahme der gesetzlichen Feiertage

Gerne sind wir auch per WhatsApp für Sie da. Speichern Sie dazu einfach die folgende Rufnummer in Ihren Kontakten ab:

Mo - Fr 08:00 - 17:00 Uhr
mit Ausnahme der gesetzlichen Feiertage

Menü
Mit Pixum Tipps zum perfekten Foto

Gestalten Sie mit eigenen Fotos tolle Fotoprodukte - jetzt in der Fotowelt Software!

Max Niemann, der seit 2012 als Fotograf in Leipzig mit dem Schwerpunkt Portraitfotografie arbeitet, bringt Ihnen in unseren Expertentipps regelmäßig die technischen Aspekte der Fotografie näher.

5 Tipps für ansprechende Portraitfotos

Die Profi-Tipps für ansprechende Portraitfotos - direkt vom Experten.

In einem anderen Beitrag habe ich mal geschrieben, dass ich die Landschaftsfotografie ein wenig als die "Königsdisziplin" innerhalb der Fotografie sehe. Dahinter stehe ich - wobei die Portraitfotografie meiner Meinung nach auf eine andere Weise auch immens anspruchsvoll sein kann. Nur dass hier der schwierige Teil nicht unbedingt ein fotografischer, sondern eher ein psychologischer ist.

Schließlich stehen in den wenigsten Fällen professionelle Models vor der Kamera, sondern Freunde, Bekannte, Familienmitglieder usw. - also Menschen, die ihren Tag in der Regel nicht mit fünf aneinandergereihten Fotoshootings bestreiten, sondern eben mit ihrem normalen Leben.

Sich vor der Kamera gut zu fühlen und sich nicht nur so zu fühlen, sondern auch gut auszusehen, ist gar nicht so leicht. Ihr Job als Fotograf ist es also, Ihrem Modell ein gutes Gefühl zu vermitteln, für ein gutes Posing und einen passenden Ausdruck zu sorgen und gleichzeitig auch noch Komposition, Lighting, Belichtung und so weiter im Auge zu behalten. Manchmal ist das auch für mich nicht leicht, also lassen Sie sich nicht entmutigen.

In den folgenden 5 Tipps möchte ich Ihnen Hilfestellungen geben, wie Sie zu schönen, ansprechenden Portraitfotos gelangen. Dazu zeige ich Ihnen, wie ich in fünf Schritten an ein Portraitfoto herangehe. Viel Spaß beim Lesen und Austesten!

5 Profi-Tipps für ansprechende Portraitfotos

1. Eine passende Location finden

Die passende Location finden - so geht's

Wenn man nicht im Studio fotografiert, finde ich den Hintergrund eines Portraits mindestens genauso wichtig wie den Vordergrund/das eigentliche Motiv. Das soll nicht heißen, dass der Hintergrund ein dominanter Bestandteil des Bilds sein soll, im Gegenteil - einige meiner Lieblingsportraits habe ich vor schlichten Fluchten oder auch nur einem durch die große Blende komplett unscharfen Fenster aufgenommen.

Die Wahl einer geeigneten Location sollte dennoch nicht unterschätzt werden:

  • Manchmal muss es auch gar keine sonderlich "spannende" Location sein - einige Orte überzeugen einfach auch durch das wunderbare Licht, das sie auf unser Motiv werfen, oder durch eine schöne Hintergrundstruktur.
  • Nur, weil man eine Location gefunden hat, muss nicht bedeuten, dass man auch alle Fotos planmäßig an dieser einen Stelle aufnimmt. Tatsächlich ergeben sich oft zufällig andere Möglichkeiten, wenn sich die Lichtstimmung verändert oder man einfach noch ein wenig durch die Gegend streift. Bei mir in Leipzig habe ich zum Beispiel mal rein zufällig einen Lost Place gefunden, der gegenüber eines Supermarktparkplatzes auf einmal einfach "da war".
  • Halten Sie also die Augen offen und setzen Sie sich keine Scheuklappen auf, wenn Sie erst einmal Ihren Hintergrund, Ihr Setting definiert haben.

2. Nach der richtigen Beleuchtung suchen

Natürliches Licht oder doch Scheinwerfer?

Ab und zu kommt es vor, dass ich an meiner gewählten Location stehe, mein Modell durch die Kamera angucke und das Licht bereits passt. Recht selten ist das aber schon. Meist gibt es noch einiges anzupassen oder selbst in die Hand zu nehmen.

  • Wenn Sie mit natürlichem Licht arbeiten möchten, kann schon eine Drehung um 90° eine komplette Veränderung der Lichtbedingungen mit sich bringen.
  • Alternativ lassen sich auch Mauern, Wände oder "Ausbuchtungen" in Gebäuden oft hervorragend nutzen, um Licht zu fokussieren oder zu reflektieren und so die Ausleuchtung zu optimieren.
  • Auch Faltreflektoren, die Sie selbst halten oder auf einem Stativ befestigen, können für eine weichere und stimmigere Beleuchtung sorgen.

In manchen Situationen ist nur mit natürlichem Licht allerdings auch nichts mehr zu machen, dann muss die Kamera herhalten:

  • Wenn Sie blitzen müssen oder möchten, achten Sie darauf, dass Sie für Portraits eine möglichst große (90-120cm) Lichtquelle verwenden, um eine weiche, schmeichelhafte Ausleuchtung zu garantieren. (Es sei denn natürlich, Sie möchten bewusst härter und konturreicher beleuchten.)
  • Auch ein Ausbalancieren des Blitzlichts mit dem Umgebungslicht ist sinnvoll und verhindert, dass Ihre Fotos artifiziell und unglaubwürdig aussehen.
  • Einen Beitrag dazu leisten Sie auch, wenn Sie mit der Lichtpositionierung versuchen, das Sonnenlicht zu imitieren; also das Hauptlicht eher ein bisschen von oben und nicht direkt auf oder gar unter Augenhöhe setzen.

3. Die technischen Aspekte klären

Kameraeinstellungen anpassen - der Profi erklärt, was Sie beachten sollten.

Nichts ist lästiger, als während des Shootings ständig Kameraeinstellungen anpassen zu müssen. Natürlich: In wechselhaften Lichtsituationen lässt sich das nicht immer vermeiden. Aber grundsätzlich kann ich Ihnen nur empfehlen, die wesentlichen Einstellungen nach Möglichkeit im Voraus vorzunehmen

Dazu gehören die Belichtung (damit einhergehend auch die Überlegung, welche Blende, also auch welche Tiefenschärfe gewünscht wird), die ISO, der Weißabgleich (eine Graukarte kann behilflich sein) und im Zweifelsfall auch das Lichtverhältnis zwischen Ihren Blitzen oder Blitz und Umgebungslicht.

Erst, wenn all diese Einstellungen nach Ihren Vorstellungen angepasst sind, würde ich mit dem eigentlichen Fotografieren beginnen. Denn gerade die Tatsache, dass es bei der Portraitfotografie auf zahlreiche verschiedene Faktoren zu achten gilt, macht eine ordentliche Planung und Vorarbeit zu einem wichtigen Gut.

So können Sie sich ganz auf das Fotografieren und die Arbeit mit Ihrem Modell konzentrieren, statt sich mit technischen Fehlfunktionen herumschlagen oder ständig Anpassungen vornehmen zu müssen.

4. Haltung und Mimik Ihres Modells aufmerksam "dirigieren"

Vom Körperausschnitt bis zur Pose - so dirigieren Sie das Modell

Gesetzt den Fall, die Person(en) vor Ihrer Kamera ist bzw. sind nicht professionell als Model(s) unterwegs, ist es Ihre Aufgabe, für eine adäquate Haltung und Mimik zu sorgen.

  1. Dafür ist auch der Bildausschnitt nicht unwichtig: Ein Oberkörperportrait zum Beispiel gibt Ihnen die Möglichkeit, durch teilweise ziemlich seltsam aussehende Verrenkungen des restlichen Körpers für eine natürliche, schlanke Haltung zu sorgen; beispielsweise, indem Sie Ihr Modell bitten, die Handinnenflächen nach außen zu drehen, sodass die Daumen vom Körper wegzeigen. So verschlankt sich auf ganz natürliche Weise die Schulter, ohne dass es den restlichen Bildeindruck stört oder komisch auffällt.
  2. Insgesamt halte ich es für sehr wichtig, in Haltung und Pose für Dynamik zu sorgen. Das kann durch unterschiedlich hoch positionierte Schultern erzeugt werden, aber auch durch eine seitliche Drehung, durch eingeknickte Beine, durch Anlehnen an eine Wand oder Sitzen auf einem Baumstumpf - Ihrer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.
  3. In Sachen Mimik gibt es im Wesentlichen einen zentralen Merksatz: Sagen Sie Ihrem Modell nicht, was es tun soll, sondern motivieren Sie es dazu. Anders ausgedrückt: Wenn ich meinen Kunden sage, sie mögen "doch bitte einmal lächeln, sofort, nein, noch ein bisschen mehr, los!", dann endet das in 95% aller Fälle in einem gequälten, verzerrten Gesichtsausdruck. (Daher mache ich das auch einfach nicht.)
    Erzählen Sie stattdessen lieber ein wenig mit der Dame oder dem Herrn oder beidem vor der Kamera, kommen Sie ins Gespräch, sorgen Sie dafür, dass die Kamera immer mehr in den Hintergrund rückt und die zwischenmenschliche Interaktion Ihrem Modell die ständige "self-awareness" nimmt, die oft für verkrampfte Stimmung sorgt.
  4. Außerdem: Seien Sie präzise in den Anweisungen ("Kinn ein bisschen nach oben" statt "Mach' mal nochmal was mit deinem Kopf"). Und geben Sie viel Feedback. Gerade bei meinen Bewerbungsfotokunden merke ich immer wieder, wie wichtig es ist, nach jedem oder jedem zweiten Klick auf den Auslöser ein "Schön", "So bleiben" oder eine Mikro-Korrektur loszuwerden. Sonst verliert Ihr Modell irgendwann das Gespür dafür, ob gerade noch alles richtig sitzt oder ob doch etwas variiert werden soll, und das ist tendenziell schlecht.

Es schadet demnach absolut nicht, während des Fotografierens mal über fotofremde Dinge zu reden und währenddessen ein paar Mal den Auslöser zu betätigen. Oft entstehen gerade in solchen natürlichen Momenten die schönsten Aufnahmen.

5. Auf eine natürliche, aber sorgfältige Nachbearbeitung achten

Bildbearbeitung leicht gemacht - das sind die Tipps vom Profi

Nach Ende des Shootings empfehle ich Ihnen, eine mehrstufige Vorauswahl zu treffen und über die ausgewählten Bilder nochmal eine Nacht zu schlafen, bevor Sie sich in die Nachbearbeitung stürzen. Manchmal gefällt einem mit ein wenig zeitlichem Abstand ein anderes Motiv dann doch besser.

In der Nachbearbeitung rate ich Ihnen dazu, erst einmal mit einer sorgfältigen Retusche zu beginnen, ohne es dabei allerdings zu sehr zu übertreiben:

  • Kleine Hautunreinheiten, Augenringe, Rötungen oder überstehende Haare dürfen gerne weg,
  • Lachfalten, Sommersprossen und anderes in dieser Richtung können Sie ruhig ignorieren (oder nur leicht angleichen).
  • Mein Credo in der Nachbearbeitung lautet: ästhetisieren, ohne zu verfälschen. Schließlich steht immer noch der Mensch im Vordergrund, wie er auch wirklich aussieht - und ein paar kleine Fältchen gehören auch dazu. Schließlich, wie sagt man so schön, zeugen sie von einem bewegten Leben!

Auch hier gilt: Werden Sie ruhig kreativ - spielen Sie mit Farben und Kontrasten, arbeiten Sie auch mal selektiv (also zum Beispiel nur im Gesicht oder im Hintergrund - diesen leicht abzudunkeln, hat oft eine schöne Wirkung) und schärfen Sie Ihr Bild zum Ende der Bearbeitung leicht nach.

Themenwelt Fotografie

Erfahre in dieser Themenwelt mehr über die Kunst des Fotografierens und entdecke Artikel über die Fachbereiche der Fotografie sowie die Bearbeitung der Pixum Fotoprodukte.

Themenwelt Reise & Urlaub

Erlebe deine schönsten Urlaubs- und Sommermomente immer wieder neu! Hier findest du kreative Ideen, Fotografietipps und Tricks zu den Pixum Fotoprodukten.