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Objektfotografie - Vom Scribble zum Stilllifefoto

Ein Objekt - ein Foto - und viele kleine Schritte bis hin zum fertigen Motiv. Damit in der Objektfotografie alles so zufällig und zugleich perfekt wirkt, wie es auf sehr guten Fotos den Anschein hat, ist viel Übung und Know-how erforderlich. In diesem Video zeigt Ihnen Eberhard Schuy ausführlich und Schritt für Schritt, wie dabei vorzugehen ist.

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Objektfotografie mit Eberhard Schuy

Setzen Sie Ihre Motive richtig in Szene und lassen Sie sich von Eberhard Schuy in die Objektfotografie einführen. Das ganze Video finden Sie hier.

Welche Punkte klärt das Video?

Im Video zeigt Schuy den gesamten Prozess der Stilllife-Fotografie, vom Finden des Objekts bis hin zum fertigen Bild. Schritt für Schritt baut er das Setting auf und verbessert nach und nach die Wirkung seines Bildes. Anschaulich demonstriert er, welche Hilfsmittel man nutzen kann, um beispielsweise Dinge schweben zu lassen, vom herkömmlichen Stativ über Haftpaste bis hin zu Strohhalmen, Drähten und Quarzsand. Auch das notwendige Licht ist ein wichtiges Thema in diesem Video. Ob Striplight oder Akzentlicht - Schuy zeigt, wie man es fachgerecht einsetzt, wie es die beste Wirkung erzielt und durch welche Techniken sich das gewählte Objekt am besten betonen lässt. Ist ein passendes Objekt gefunden, sollte zunächst eine Idee zum Bild gescribbelt werden. Ohne konkrete Idee bleibt die Kamera im Schrank.

Beim Aufbau des Sets sind Hilfsmittel wie Haftpaste, Drähte oder Quarzsand beliebte Hilfsmittel, um auch schwierig umzusetzende Effekte zu realisieren. Um die Konturen eines Objekts hervorzuheben, statt es nur zu beleuchten, kann man ein schmales, aber möglichst großes Striplight (notfalls mit Klettband verschmälern) nutzen, das von der Seite oder von hinten auf das Objekt strahlt. Um von der platten Optik des Bildes wegzukommen, platziert man im Hintergrund ein Akzentlicht. Dieses wird so positioniert, dass es aussieht, als würde es aus dem Objekt kommen. Dadurch erhält das Bild Tiefe und Lebendigkeit. Jetzt muss das Motiv noch einmal überprüft und eventuell kleinere Feinjustierungen vorgenommen werden. Sind im Bild noch Hilfsmittel zu sehen, die später nicht mehr sichtbar sein sollen, macht man eine Aufnahme mit dem Hilfsmittel und eine identische ohne. So lässt sich der Hintergrund später mithilfe von Photoshop sehr leicht übertragen und das Hilfsmittel wegretuschieren.

Eberhard Schuy: Erfahrener Produktfotograf

Eberhard Schuy ist Werbe- und Industriefotograf in Köln und arbeitet für unterschiedlichste Branchen. Der Schwerpunkt liegt auf der Herstellung von aussagekräftigen Produktbildern und Stilllifes. Er ist bekannt für seine kreativen Sets, die Umsetzung von Special Effects und den raffinierten Einsatz von Licht. Seit Jahren arbeitet er als Gastdozent an einer Hochschule für Gestaltung, gibt eigene Workshops und veröffentlicht Bücher im Fotobereich.

Transkript des Videos

Objektfotografie mit Eberhard Schuy

Hallo, mein Name ist Eberhard Schuy. Ich bin Fotograf in Köln und möchte Ihnen heute mal einen kleinen Film vorstellen, der aus meiner DVD stammt, in der es über die Objektfotografie geht, über die Einführung in die Objektfotografie. Unter anderem behandeln wir dort auch wie zum Beispiel Fotos entstehen, also nicht nur das endgültige Foto, sondern auch wie man zu Ideen kommt. In diesem Film heute geht es genau darum, dass ich die Aufgabe hatte, ein Objekt zu finden und das umzusetzen. #00:00:46-2# (Zeitmarken aus dem Video)

Dazu bin ich mal in meinem Studio unter anderem durch die Küche gelaufen und habe meine Lieblingszuckerdose wieder entdeckt. Diese Zuckerdose werde ich jetzt so behandeln, wie wir das täglich auch tun, wenn wir Ideen finden müssen. Also ich werde mich damit ein bisschen auseinandersetzen, werde ein kleines Scribble machen, ein kleines Konzept, und werde zeigen, wie das alles entsteht, bis hin zum fertigen Bild. #00:01:15-5#

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Wenn ich mir das Ding genau anschaue, dann sehe ich, dass es von seinen Rundungen lebt und mehr eigentlich auch nicht. Also ich habe hier nichts, was wirklich spannend ist, auf den ersten Blick. Ich habe nichts, wo ich sage, das ist so prägnant, das muss ich eigentlich darstellen. Aber ich merke, wenn ich es in der Hand habe, dass es sehr angenehm und glatt ist, sehr rund ist und in sich eine sehr harmonische Form ergibt. Und genau das ist es, was ich jetzt herausarbeiten möchte. Das ist meine Herausforderung, die sich fotografisch aus dieser Zuckerdose ergibt und die werden wir jetzt lösen. #00:01:59-5#

Die Frage ist, wie wir jetzt da ran gehen, das Foto zu machen. Ich könnte wetten, wenn ich das auch wiederum in einem Workshop einfach mal zeige, ganz viele Leute würden hingehen und sagen: Ja, ist doch ganz einfach, ich baue mal meine Kamera auf, stelle das Ding auf den Tisch und dann kucken wir mal, dass wir links und rechts eine Lampe davor bekommen. Dann schau ich mal, dann wird mir schon was einfallen. Genau das ist, wie es zu 99 Prozent nicht funktionieren wird. Wir haben noch überhaupt keine Idee zum Bild. Ohne Idee zum Bild bleibt bei mir die Kamera immer im Schrank. #00:02:40-2#

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Also das ist das erste. Die werde ich mir jetzt auf den Tisch stellen, werde sie mir ganz genau anschauen und werde mal schauen, ob ich irgend etwas gescribbelt bekomme, irgendeine Idee zu Papier oder wie auch immer bekomme, wo ich sagen könnte, so könnte ein Bild draus werden. Ich hab jetzt meine Zuckerdose einfach mal vor mich auf den Tisch gestellt, damit ich die einfach so ein bisschen vor Augen habe und mir mal überlegen kann, wie man diese Rundungen denn inszeniert. Damit ich diese Form auch ein bisschen auflösen kann, habe ich mir überlegt, dass es vielleicht ganz schön ist, wenn der Deckel irgendwie ein bisschen auf ist - vielleicht sogar schräg. Das muss ich jetzt einfach mal schauen. Aber schon wenn der nicht mehr fest drauf liegt, sieht man, dass die Form ein bisschen unterbrochen wird und das Ganze eben ein bisschen mehr Spannung bekommt. Dann nehme ich mir ein Blatt Papier oder ein iPad oder was auch immer und versuche einfach mal ganz grob, mir so ein Format aufzumalen. Das wäre dann vielleicht ein Hochformat, wo ich dann sage, die muss dann irgendwie so ein bisschen schräg da drin sein und der Deckel darf ruhig offen sein. Ich male den jetzt einfach mal, ich weiß nicht, wie das nachher geht, so ein bisschen schwebend. Dann wäre die Dose so ein bisschen offen und dann sehe ich schon, wenn ich hier solche Objekte male, dass hier eine schöne Kontur entsteht, die auch im Deckel irgendwo ist. Das reicht ja eigentlich schon, um aus dieser Dose, die muss ich ja auch gar nicht ganz zeigen, das kann ich ja ruhig abschneiden, ein ganz schönes Foto zu machen. Jetzt kann ich das übertreiben und sagen, dann füllen wir die sogar innen mit Zucker, mit Zuckerwürfeln. Und weil ich das immer ganz gerne mache, lassen wir doch einfach mal, wenn der Deckel schon offen ist, einen Zuckerwürfel rausfliegen. So wäre das eine Möglichkeit, mal sich ein Bild zu überlegen. Ich mache dann oft sehr viele Scribbles und überlege mir, was man ändern kann. Aber das hier wäre jetzt so spontan einfach mal schnell aufgemalt ein Foto, wo ich sage, lass uns gar nicht lange fackeln, versuchen wir das doch mal umzusetzen. #00:05:01-1#

Hier stehen wir am Set, das noch keins ist, aber das jetzt zum Set wird. Die erste Tat, die ich jetzt schon mal gemacht habe, ist, die Zuckerdose wirklich sauber zu spülen. Aus dem Grund fasse ich die jetzt auch nur noch mit Handschuhen an, zumindest in den Bereichen, die nachher wichtig sind. Da ich mir überlegt habe, hier gleich eine Lichtkante draufzusetzen, zumindest in diesem Bereich, darf ich die natürlich jetzt nicht mehr auf irgendeinen Tisch, auf einen Aufnahmetisch oder sonst irgendetwas stellen, weil das würde ja alles in diesem Teil spiegeln. Also ich möchte die wirklich möglichst frei präsentieren. Aus dem Grund will ich sie gleich auf ein Stativ setzen und das wiederum ist der Grund, warum ich da jetzt hier mal so ein Teil drunterbaue. Das machen wir hier mit der üblichen Haftpaste, die in keinem guten Fotostudio fehlen darf. Da setze ich jetzt hier unten meinen Stativfuß drauf. Den kann ich ruhig feste andrehen. So und jetzt hält das halt mit der Paste. Nun kann ich das Ganze so auf meinem Stativ hier festmachen und die dann auch festschrauben. Jetzt kann ich - das sieht man jetzt glaub ich sehr schön - um das Objekt nachher mein Licht setzen. Ich weiß noch nicht so genau, wie es kommt, aber ich habe hiermit alle Möglichkeiten, da es unten eh angeschnitten wird. Und hier hab ich alle Freiheiten, gleich mein Licht zu setzen. Jetzt geht es eigentlich nur noch darum, dass ich mein Deckelchen schweben lasse. Damit es nicht so einfach wird, wollte ich das ja nicht einfach drauflegen, sondern wollte es ja hier drüber schweben lassen.

Dazu muss ich jetzt so ein bisschen vorbereiten und noch ein paar Dinge präparieren, dass das eben auch geht. Das, was immer hilft, sind solche Drähte. Auch den hab ich schon mal grob vorgebogen, also es muss mir keiner zuschauen, wie wir hier lange einen Draht biegen. Der passt jetzt hier oben in den Deckel rein und damit kann ich das Ganze so reinstellen, dass der Deckel praktisch da drüber schwebt. Das Problem, das ich habe, ist, dass das Ganze natürlich umfällt. Das heißt, ich muss das irgendwie fixieren. Auch das ist eigentlich so ein Standardtrick, den wir häufig machen, wenn Dinge in irgendwelchen Gefäßen fixiert werden müssen. Das habe ich mir hier schon einmal neben hingestellt. Das ist einfacher Quarzsand, den es im Baumarkt gibt. Und den werde ich jetzt hier einfüllen, möglichst vorsichtig. Jetzt wird hier oben dieser Draht nicht mehr umfallen. Ich kann schon mal kucken, ob das in etwa passt. Wow, er schwebt. Diesen Draht, den wir jetzt noch sehen, den werden wir gleich einfach mit einem Zuckerwürfel, der davor liegt, kaschieren, sodass der nicht mehr auffällt. Dann haben wir das im Groben schon mal soweit eingestellt. Den Deckel nehme ich nochmal weg. Ich hole mir gerade noch einen Pinsel. Die Dose wird jetzt einfach noch so ein bisschen mit dem Pinsel abgestaubt und ihr seht, sie ist superclean und wir haben überhaupt keinen Sand mehr drauf und können jetzt sehr schön nochmal unseren Deckel darüber positionieren. Das sieht doch schon richtig gut aus. Jetzt hat es den weiteren Vorteil, dass ich in diesen weichen Sand meine Zuckerwürfel drapieren kann. Ich zeig das mal so kurz. Die richtige Anordnung nehme ich natürlich erst vor, wenn gleich die Kamera steht, weil das muss ich dann schon sehen, wie mein Bildausschnitt ist und wo die Zuckerwürfel genau liegen müssen. Aber so in etwa wird es sein und die letzte Tat, wenn wir denn gleich mal das Licht gestellt haben und die Zuckerwürfel präpariert haben, wird es denn sein, diesen letzten fliegenden Zuckerwürfel auch noch dazu zu bekommen. Dazu aber erst mal die Kamera, die brauche ich jetzt, um meinen Ausschnitt festzulegen. #00:09:42-2#

So, die Kamera steht schon, wie ihr seht. Und ich habe da jetzt einfach schon mal zwei, drei Zuckerwürfel reingelegt. Ich werde da nochmal einen dazu bauen, der aber natürlich nur so grob sein kann. Alles andere, die Feinarbeiten, die kann ich natürlich erst machen, wenn auch mein Licht steht. Das ist ja entscheidend, dass das Licht nicht nur gut auf diesem Topf sitzt und mir hier so eine gute Kontur gibt, sondern es müssen natürlich auch die Zuckerwürfel in der richtigen Richtung dann dazu passen. Aus dem Grund kommt jetzt das alles Entscheidende, nämlich das Licht und dafür werde ich mir mal ein schönes Striplight holen, mit dem ich die Lichtkontur, die ich mir wünsche, erzeugen kann. #00:10:29-5#

Zum Licht: Ich weiß ja, dass ich ein Streifenlicht auf meiner Zuckerdose haben will. Ein Streifenlicht bekomme ich mit einem Striplight. Da meine Zuckerdose sehr rund ist und der Reflex, den ich erzeugen will, möglichst weit überlaufen soll, brauche ich auch ein relativ langes Striplight. Ich habe mir jetzt hier mal das größte, was ich hier im Studio habe, geholt. Das hat einen Nachteil: Es ist mir ein bisschen zu breit, also ich will es eigentlich schmaler haben. Ich könnte es jetzt mit Schwarz abkleben und ganz viel Aufwand betreiben. Aber da diese Lampen hier innen dieses Klettband haben, kann ich es mir ganz einfach machen, indem ich die einfach ein bisschen zusammenknicke und jetzt hier mit Klettband, was ich da immer dranhängen habe, einfach zusammenmache. Dann werde ich auch hier in der Mitte etwa die Breite so bestimmen, wie ich die haben möchte, indem ich da auch einfach nur ein Klettband dran mache. Und jetzt habe ich aus meinem sehr breiten Striplight ein schmaleres gemacht. Dass die nicht 100 Prozent gerade läuft ist bei diesem Motiv überhaupt nicht wichtig und spielt keine Rolle, das wird nachher kein Mensch sehen. #00:11:46-7#

Damit habe ich ein sehr schmales Striplight und jetzt ist halt die Frage: Wie positioniere ich das? Ich nehme das nochmal runter und zeige euch mal, was normalerweise passiert, wenn ich sage: Lass uns mal sowas ausleuchten. Dann wird nämlich das Objekt möglicherweise beleuchtet ? im wahrsten Sinne des Wortes. Dann setzt man einfach da so ein Licht drauf und das leuchtet eine Seite hell aus, eine Seite dunkel. Ich mache einfach mal ein Foto und zeige mal, was passiert, wenn man nicht genau hinschaut, wenn man einfach mal ein Objekt beleuchtet. Wenn wir uns das anschauen, dann sehen wir, dass das auf der linken Seite natürlich schön hell ist, sogar schon einen ganz schönen Verlauf auf die rechte Seite unten bekommt. Aber alles andere ist nicht spannend. Aber das ist eine Zuckerdose, wie sie wirklich keiner sehen will und wo keiner sagt: Wow, das ist aber mal ein tolles Objekt, schön fotografiert. Das ist einfach nur langweilig. Wir wollen es ja besonders schön fotografieren, sodass es eben auch ins Auge fällt. Das ist ja der Sinn der guten Objektfotografie. Wir müssen formen, wir müssen Objekte und Gegenstände in ihren Eigenschaften darstellen. Eine der Eigenschaften ist immer die Form und die kann man herausarbeiten, indem man zum Beispiel ein sehr konturiertes Konturenlicht setzt und wirklich Formen betont. Genau das bietet sich bei dieser Zuckerdose hier wirklich an, indem wir das Objekt nicht von vorne beleuchten, sondern seitlich oder sogar von hinten anstrahlen, anleuchten, damit Konturen und Formen sichtbar werden. Das werde ich jetzt hier an der Zuckerdose mal zeigen. Dazu stört mich wie immer mal dieses wahnsinnig helle Videolicht. Das machen wir aus und dann werden wir mal beleuchten und anstrahlen. #00:13:51-6#

Also hier jetzt nochmal schön zu sehen, wie das Objekt einfach nur beleuchtet ist. Ich werde jetzt mein Striplight ein klein wenig schmaler machen und jetzt einfach mal damit zur Seite gehen. Das übertreibe ich jetzt mal und gehe richtig schräg nach hinten und dann sieht man, dass das Objekt nicht mehr beleuchtet wird, sondern dass es angestrahlt wird, dass Konturen herausgearbeitet werden. Die Konturen sind zuständig dafür, dass ich die besondere Form dieser Zuckerdose erkenne. Wenn ich jetzt die nächste Belichtung machen werde, wird man schon sehr, sehr deutlich sehen, was ich eigentlich wollte im Bild. Ich glaube, das wird jetzt schon gut erkennbar, dass wir schon sehr schöne Konturen sehen und die Spannung, eine wirkliche Spannung, im Bild haben. Was mir noch nicht so gut gefällt an dem Bild, ist, dass die Zuckerwürfel hier oben noch nicht so toll liegen und dass wir da zwischen den beiden vorderen so eine Lücke haben. Aus diesem Grund werde ich da den hinteren jetzt nochmal ein bisschen neu arrangieren und sogar noch einen weiteren dazulegen. #00:15:06-3#

So jetzt sehe ich sogar schon von hinten, dass ich hier so eine kleine Hügellandschaft aufgebaut hab. Aber da mache ich nochmal eine Belichtung. Wenn wir uns die anschauen, dann sehen wir, dass mir das ganz gut gelungen ist, dass unser Streifenlicht von hinten so fällt, dass auch die Zuckerwürfel dreidimensional sind, dass die also Licht und Schatten haben, und wir das auch wunderbar sehen. Eins fehlt jetzt noch, was ich ja versprochen hatte, was das Ganze spannend machen soll und das vielleicht etwas Langweilige aufhebt. Ein Zuckerwürfel soll im Bild hier rausfliegen. Dann wird die Öffnung plötzlich auch logisch und das alles macht Sinn. Da hab ich mir ein Stativ hingestellt und ich zeige euch mal, wie wir Zuckerwürfel fliegen lassen. Ich mache das nochmal ab, ich habe damit nur gekuckt, dass er in etwa passt. Ein Strohhalm, der hat den großen Vorteil, dass man den knicken kann und ich ganz genau meine Position damit festlegen kann. Auf der Rückseite erkennt ihr wieder diese Haftpaste. Dann kann der hier einfach festgeklammert werden. Ihr seht wie toll ich das mit so einem Strohhalm arrangieren kann. Hier schau ich mir das jetzt nochmal in der Kamera an, werde ihn genau positionieren und die nächste Belichtung machen. #00:16:30-1#

Er hängt mir noch etwas zu sehr, von daher kann er wirklich viel mehr so rausfliegen, als wenn er wirklich aus diesem Töpfchen käme. Jetzt sehe ich schon, dass die Position viel besser wird. Noch ein bisschen den positionieren - perfekt! Und jetzt hat er die Position, die er haben muss, wenn er aus diesem Zuckertopf rauskommt. Genau so würde er da rausfliegen, wenn er denn rausfliegen würde. Damit haben wir unser Motiv eigentlich schon fertig. Wobei wir jetzt an dem Punkt sind, dass wir alles gestaltet haben, was ich gescribblet habe, also die Position von diesem Zuckertopf ist ok, die Zuckerwürfel sind ok, das Herausfliegende ist ok, aber hier hört die Objektfotografie nicht auf, sondern eigentlich fängt sie hier sogar ein bisschen an, weil wir gefordert sind, mit Licht zu arbeiten. Ich habe jetzt hier eine Situation sehr platt dargestellt, weil wir bisher nur vordergründig gearbeitet haben. Wir wollen eine Tiefe im Bild haben, also einen Hintergrund. Den bekomme ich immer relativ einfach mit Licht. Hier in diesem Motiv ist das auch so, dass ich das Licht zu meiner Aktion, sprich diesem fliegenden Zucker, anpassen kann. Da möchte ich jetzt einen Lichtakzent setzen im Hintergrund, der das Ganze nochmal ein bisschen unterstützt. #00:18:04-6#

Akzentlicht war schon das richtige Stichwort und da war es natürlich ganz einfach, den richtigen Lichtformer auszusuchen, nämlich da auch ein Akzentlicht zu setzen. In dem Fall hab ich hier einen optischen Engstrahler genommen, der mir einen sehr schönen Spot auf die Wand projizieren kann. Ich mache ihn mal eben aus und dann sieht man schon, was der tut. Genau dieses Licht, dieses zentrische Licht, das dann so über die Wand weggeht, möchte ich jetzt hinter der Öffnung meiner Zuckerdose haben, sodass praktisch aus der Zuckerdose das Licht rauskommt - natürlich im Hintergrund und nicht wirklich. Dann bekommen wir ein Licht, das zum Objekt passt, aber das Objekt selbst nicht beeinflusst. Das sind so die Feinheiten in der schönen oder der guten Objektfotografie, dass man eben das Objekt präsentiert und es wirklich zum Hero werden lässt. #00:19:07-3

Die Videokamera hat jetzt mal meine Kameraposition eingenommen und ihr seht, wie mein Licht hier hinten, mein Akzentlicht, das ich einfach nur auf die Wand strahle, eine Position hat, in der auch meine Zuckerdose geöffnet ist. Also hier kommt das Licht raus, natürlich nicht wirklich aus der Zuckerdose, das wäre viel zu übertrieben, sondern nur im Hintergrund. Und ihr seht, wenn ich das jetzt mal verändere, das wäre viel zu weit außen, da geht die Beziehung zum Bild verloren. Hier natürlich noch viel mehr. Und da gibt es diese Position, die ungefähr hier ist, wo das Licht sich hiermit verbindet und praktisch für die Harmonie im Bild sorgt. An dieser Stelle mache ich wieder eine Auslösung und dann wird man im Bild sehr schön sehen, was jetzt passiert ist. #00:20:07-7#

Jetzt können wir wunderbar die beiden Bilder nochmal vergleichen und schauen, was der Hintergrund in einem Bild bewirkt. Es ist nicht einfach nur ein Hintergrund. Es ist das Element im Bild, das unser eigentliches Objekt sehr oft präsentiert. Auch hier sieht man, wenn man die beiden Bilder mal hin und her überblendet, dass aus einem vordergründig fotografierten plötzlich ein Bild mit Tiefe wird, das präsentiert wird und bei dem der Blick im Bild geführt wird. All das wird mit einer Lampe im Hintergrund geregelt. Ich glaube, das Ergebnis spricht für sich selber. Schaut einfach nochmal. Jetzt sind wir eigentlich so an dem Stillliferpunkt angekommt, wo ich ein paar Kleinigkeiten noch sehe. Jetzt werde ich Folgendes tun: Ich werde einfach mal das Filmteam zum Kaffeetrinken schicken. Dann habe ich nämlich 5 Minuten Ruhe, um mit ganz feinen Fingern und Holzstäbchen meinen Zuckerwürfeln so den letzten Kick zu geben. Wenn die dann wieder da sind, bin ich soweit bereit, um meine beiden finalen Fotos von diesem Objektshooting zu machen. #00:21:21-4#

Ich habe meine 5 Minuten gehabt, in aller Ruhe, mal kein Videolicht, mal niemand, der sagt, dass wir das gerade nochmal von der anderen Seite filmen müssen, und habe wirklich meine Zuckerwürfel so legen können, dass sie zwar gut liegen, aber sie trotzdem nicht gelegt aussehen. Das ist ja immer so die Kunst dabei. Das soll ja zufällig aussehen. Also ich darf die jetzt auch nicht auf den Millimeter ausrichten, zumindest nicht so, dass die irgendein Muster ergeben. Also es muss schon so eine Zufälligkeit haben. Ich habe auch meinen oberen Würfel nochmal neu positioniert und habe die Lampe ein ganz klein bisschen nach unten gezogen, weil ich die Kontur noch ein bisschen flacher und steiler wollte. Das waren die drei Änderungen, die ich gemacht habe, die aber alle im Bereich von zwei, drei Zentimetern waren. Ich habe hinten das Rücklicht, also das Hintergrundlicht ein ganz kleines bisschen gedimmt, damit ich da noch mehr Zeichnung drin habe. Das sind die drei Dinge. Dann will ich auch gar nicht vorenthalten, wie die Kameraeinstellung jetzt aussieht. Ich bin bei einem 1/125stel, da ich das blitze, das ist so meine Synchronisationszeit. Ich bin bei Blende 8, das reicht mir hier voll und ganz, obwohl ich mit einem 70 mm Makroobjektiv fotografiere. Ganz wichtig ist, denn wir wollen ja nicht wirklich den Strohhalm im Bild haben, dass ich nun ohne dass sich irgendetwas verändert zwei Belichtungen mache: Einmal die, wie ich sie jetzt hier eingestellt habe. Das kann ich auch gerade tun ? okay. Und jetzt darf ich nichts verändern. Ich fahr nur diesen Zuckerwürfel aus dem Bild raus, dass der mir nicht mehr im Bild ist und mache meine zweite Belichtung. Jetzt habe ich an dieser Stelle, wo eben noch mein Strohhalm war, schon meinen Hintergrund fotografiert, sodass ich da auch nicht irgendwelche feinen Verläufe in Photoshop nachher nacharbeiten muss. Ich mache es mir dann ganz einfach. Wie ich das mache, wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Das zeige ich euch in einem separaten, kleinen Photoshop-Film, der - versprochen - nicht mehr als vier bis fünf Minuten dauern wird, denn ihr kennt ja meinen Spruch: Wer mehr als zehn Minuten photoshopt, kann nicht fotografieren. An dieser Stelle zeige ich euch mein Endergebnis und dann können wir auch gerade hier an der Stelle nochmal zusammenfassen. #00:24:02-5#

Ich wollte euch ja den Weg zeigen vom Objekt, vom Finden des Objekts bis hin zum fertigen Foto und das haben wir jetzt miteinander getan. Also ihr erinnert euch an das Objekt, ich habe mir überlegt, was an dem Objekt so toll ist. Ich habe mir ein kleines Scribble gemacht, nachdem ich festgestellt habe, dass es die Rundungen, die glatten Flächen sind. Ich habe mir überlegt, dass der Deckel ein bisschen fliegen kann, dass man das vielleicht unterbrechen kann und dann haben wir uns wirklich Stück für Stück an unsere Bildidee herangearbeitet. Was wichtig ist, an der Stelle nochmal: Dass man nicht zu früh aufhört. Seid nicht zu früh zufrieden mit eurem Foto, sondern fragt wirklich mal: Kann man noch was ändern? So bin ich auch auf das Hintergrundlicht gekommen, das dem Foto letztendlich den ganzen Pepp verliehen hat. Ohne dieses Licht wäre es nichts geworden. Ein letzter

Gedanke nochmal zu dem Foto, damit ihr es auch ein bisschen einordnen könnt: Wir haben ja unser Objekt nicht mehr wirklich objektgerecht dargestellt. Also für eine Produktaufnahme für einen Katalog, wenn es nicht gerade der Titel ist, taugt das nichts. Wir sehen nicht, dass das wirklich ganz weiß ist, wir wissen nicht, ob irgendein Dekor drauf gedruckt wurde, all das sehen wir nicht. Wir sehen eine Form und wir haben aus dem Produktfoto, aus der Produktdarstellung, ein Stilllife gemacht. Da sind wir halt ein bisschen freier. Da müssen wir nicht so auf das Produkt achten, wir müssen auf die Anmutung achten und sehen, dass wir ein schönes, rundes Bild schaffen, in dem das Objekt eine gewisse Rolle spielt. #00:25:45-6#

Soweit ein kleines Beispiel, wie in der Objektfotografie ein Stilllife entstehen kann. Viele weitere Beispiele und natürlich auch der Photoshop-Part hierzu findet ihr auf meiner DVD zur Objektfotografie, zum Einstieg in die Objektfotografie. Ich würde mich freuen, wenn man sich da wiedersieht. Bis dahin, vielen Dank, Ihr Eberhard Schuy! #00:26:09-3#

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